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Turnfest in Weinheim – und Neckargemünd mischte kräftig mit

Turnfest Weinheim 2018

[Foto: Hug]

Wenn 13.000 Sportler im Alter von 12 bis 80 Jahren zusammenkommen und sich in 20 Sportarten messen, dann ist Turnfestzeit.

(is) So auch Anfang Juni in Weinheim, als sich 24 Neckargemünder Turnerinnen mit Isomatten, Schlafsäcken und 16 Rhönrädern auf den Weg machten, um sechs Tage Turnfest-Feeling zu erleben – und außerdem ihr Bestes zu geben. Dabei stellte die Truppe aus Neckargemünd täglich einen wichtigen Teil des Gesamtprogramms dar: An mehreren Orten des Festes waren die Rhönradturnerinnen im Einsatz – bei der Eröffnungsfeier gleich am Mittwoch, bei den insgesamt vier Turngalas am Donnerstag und Freitag und bei ihren eigenen Wettkämpfen am Samstag. Dazu jedes Mal eine Generalprobe, Einturnen, Kostüme herrichten, Küren auswendig lernen etc. – sowie das Lampenfieber bekämpfen. Um es kurz zu machen: die Mädchen aus Neckargemünd hatten das turnbegisterte Publikum bei ihren Show-Auftritten schnell verzaubert, und auch die Wettkämpfe fielen mit 10 ersten, 6 zweiten und 6 dritten Plätzen zu größter Zufriedenheit aus. Stolz waren die Mädchen auch auf die vielen aus Neckargemünd angereisten Fans, die Freude und Familiarität mitbrachten. Wer gedacht hatte, die Pausen zwischen Show und Wettkampf seien zum Ausruhen da, hatte sich jedoch geirrt: Das Turnfest bot sportliche Aktivitäten am laufenden Band, Fitness-Tests (mit Seilspringen, Gewichtheben u.ä.), eine Airtrack-Bahn, Trampoline in allen Größen, und abends Party-Stimmung „open end“ mit Big Bands und Disco. Fast nicht zu glauben, dass die Wettkämpfe am vorletzten Tag mit diesen hervorragenden Leistungen gekrönt werden konnten. Als am Sonntag die letzten Räder abtransportiert und in Neckargemünd wieder zusammengebaut werden konnten, geschah dies sicher mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Bleibt zu hoffen, dass Wetter und Stimmung in zwei Jahren in Ludwigsburg ein ähnlich perfektes Ambiente bieten.

Was ist Rhönradturnen?

Das Mutterland des Rhönradturnens ist Deutschland. 1920-1922 entwickelte Otto Feick in der bayerischen Region Rhön das neuartige Sportgerät. Drei Jahre Später, 1925 meldete Feick seine Erfindung als "Reifen-Turn- und Sportgerät" zum Patent an. Erst 1926 wurde der heutige Name "Rhönrad" geschützt und eingetragen.

Rhönradturnen wird in Neckargemünd seit Februar 1997 angeboten. Die Leitung der Abteilung Rhönradturnen des TV 1876 Neckargemünd liegt in den Händen von Martina Camenzind.

Das Sportgerät

Rhönräder Ein Rhönrad besteht aus zwei Reifen, die durch sechs Sprossen miteinander verbunden sind. Davon sind zwei mit Brettern besetzt, an denen Lederschlaufen befestigt werden. Durch diese Bindungen sind die Füße des Turners lose mit dem Rhönrad verbunden. Außerdem sind an zwei der Sprossen Griffe befestigt. Der Durchmesser des Rades variiert je nach Körpergröße zwischen 130 cm und 245 cm. Inzwischen ist auch der Transport des Rhönrads unproblematisch, da moderne Geräte in mehrere Teile zerlegbar sind.
[Grafik: Wikipedia]

Die Disziplinen

Gerade L6 Im Geradeturnen werden auf einer Fläche von 18 x 3 m Pflicht und Kürübungen geturnt. Dabei rollt das Rad immer auf beiden Reifen. Es werden auch Elemente aus dem Reck- und Barrenturnen verwendet. Im Erwachsenenbereich werden die Übungen auf Musik geturnt. Dabei sollen die Athleten ihre Darbietung passend zur Musik gestalten.
[Foto: Camenzind] --------------------------------------------------------------------------------------

Spirale Beim Spiraleturnen bewegt sich das Rhönrad auf nur einem Reifen, es "tellert". In der großen Spirale soll das Rad einen Neigungswinkel von 60°, in der kleinen Spirale weniger als 30° haben. Die Spirale wird durch Gewichtsverlagerung und Armzug erreicht. So soll das Rad auf der jeweiligen Höhe gehalten werden.
[Foto: Camenzind] ---------------------------------------------------------------------------------------

Sprung Die dritte Disziplin ist der Sprung. Dabei wird das Rad angeschoben und der Turner lässt sich von hinten durch den Schwung auf das Rad ziehen. Aus der Grätsch-, Hock-, Lage- oder Standposition zeigt er dann einen Sprung nach vorne auf eine Weichbodenmatte. Dies können Hock- oder Grätschsprunge sowie Sprünge mit Rotation sein.
[Foto: Camenzind] --------------------------------------------------------------------------------------

Das Wettkampfsystem im Rhönradturnen ist seit dem 1. Januar 2016 neu: Alle Turner/innen bis 12 Jahre turnen eine Geradekür mit einem vorgeschriebenen Aufbau an Übungen und erarbeiten sich den Sprung über das Rad und die Spirale anhand eines Abzeichen-Heftes von Stufe 1-6. Die Älteren turnen eine Geradekür, die ausschlaggebend für die Teilnahme am Deutschland-Cup ist. Sie werden außerdem angehalten, eine einfache Spirale oder den Sprung über das Rad zusätzlich zu turnen. Langfristig ist ein Zweikampf mit Sprung oder Spirale vorgesehen. Für die Bundesklasse mit Aufstieg zu den Süddeutschen und Deutschen Meisterschaften bleibt der Kür-Dreikampf bestehen.
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